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Japans heiliger Pilgerweg

Japans heiliger Pilgerweg

Kumano: Das Land der Götter

Einst ein heiliger Pilgerweg für Kaiser und Samurai, heute eine faszinierende Wanderung für alle Wanderfreunde. Riesige Bäume, heilige Berge und der höchste Wasserfall des Landes: Sind Sie bereit für den Pilgerweg Kumano Kodō?

Los geht‘s!
Kumano Kodo 01 Bg

Der Kumano Kodō liegt eine Autostunde vom geschäftigen Osaka entfernt im Süden der Kii-Halbinsel. Das Kumano-Gebiet befindet sich fernab der ausgetretenen Pfade und wurde noch nicht von den Massen entdeckt. Schon bevor der Buddhismus im 6. Jahrhundert nach Japan kam, galt dieses Gebiet bei den Einheimischen als heilig. Sie sahen die Berge, die Wasserfälle und die Bäume als Kami (Götter) und eine Wanderung entlang dieser Naturschönheiten wurde schon bald eine heilige Exerzierübung. Kaiser und Samurai (Krieger) führten detaillierte Tagebücher über ihre Wanderungen. Einer der ersten bekannten Berichte stammt aus dem Jahr 1109.

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Die Nakahechi-Route

Der Kumano Kodō ist eigentlich nicht eine bestimmte Strecke, sondern ein Wanderwegenetz ohne offiziellen Start- und Endpunkt. Einige Routen dauern ein paar Stunden, andere ein paar Tage. Die Nakahechi-Route (auch Imperial Route genannt) ist die historisch interessanteste und führt von Tanabe im Westen nach Nachisan im Osten.

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Gonzalo Azumendi
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Ippei Naoi

Die Pilger legten diese Strecke oft zurück, weil sie an den heiligen Stätten von Kumano Sanzan vorbeiführt, den drei größten Schreinen des Kumano. Angeblich bringt es Glück für die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft, wenn man alle drei Schreine besucht.

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Benjy Meyers

Von Tanabe nach Hongu

Auf dem Weg zum ersten Schrein

Von Tanabe aus fährt ein Bus nach Takijiri-oji, dem Startpunkt der Nakahechi-Route. Die Route führt tief in die Berge hinein, vorbei an kleinen Dörfern, wo Sie in traditionellen Ryokans übernachten können. Ein toller Tipp ist Takahara, dessen Spitzname „das Dorf im Nebel“ lautet. Nach knapp 40 km (die Sie am besten über zwei oder drei Tage verteilen) erreichen Sie Hongu, wo sich der erste heilige Shinto-Schrein befindet: der Kumano Hongu Taisha (Taisha bedeutet „großer Schrein“). Hier steht auch das fast 40 m hohe und damit größte traditionelle Torii (Tor) Japans. 

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Tom Bean / Alamy Stock Photo


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Yunomine Onsen

Ausflug zu den heißen Quellen

In Hongu können Sie einen kurzen Spaziergang zu drei japanischen heißen Quellen, den sogenannten Onsen, machen. Die Dainichi-goe-Route führt Sie entlang Yunomine Onsen, Kawayu Onsen und Wataze Onsen. Das Dorf Yunomine gibt es schon seit etwa 1800 Jahren. 

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Paolo Patrizi / Alamy Stock Photo
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Traditionell kamen die Pilger hierher, um sich als Bestandteil ihrer heiligen Reise an diesem Ort zu reinigen. Es hat etwas Magisches, hier zu übernachten. Und natürlich ist das warme Wasser eine Wohltat für die müden Füße. 

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Von Hongu zum Nachi Taisha

Japans höchster Wasserfall

Die nächsten 27,5 km führen Sie in etwa eineinhalb Tagen von Hongu zum folgenden Schrein: Nachi Taisha. Aber lassen Sie sich nicht blenden, dies ist der schwierigste Teil der Wanderung. Er wird auch bezeichnet als Dogiri-zaka, der körperzerstörende Hang. In nur fünf Kilometern sind etwa 800 Höhenmeter zu überwinden. Ein Dichter des 13. Jahrhunderts schrieb darüber in seinem Tagebuch: „Es ist unmöglich, genau zu beschreiben, wie schwer das ist.“

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Doch das sollte Sie nicht abschrecken, denn die Belohnung für die ganzen Anstrengungen ist phänomenal: ein grandioser Blick auf Japans höchsten Wasserfall, den Nachi-no-taki. Der Wasserfall ist auch die Kulisse für den zweiten Großschrein, den Kumano Nachi Taisha mit seiner charakteristischen Pagode. 

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cowardlion / Shutterstock.com

Von Hongu zum Nachi Taisha

Japans höchster Wasserfall

Die nächsten 27,5 km führen Sie in etwa eineinhalb Tagen von Hongu zum folgenden Schrein: Nachi Taisha. Aber lassen Sie sich nicht blenden, dies ist der schwierigste Teil der Wanderung. Er wird auch bezeichnet als Dogiri-zaka, der körperzerstörende Hang. In nur fünf Kilometern sind etwa 800 Höhenmeter zu überwinden. Ein Dichter des 13. Jahrhunderts schrieb darüber in seinem Tagebuch: „Es ist unmöglich, genau zu beschreiben, wie schwer das ist.“

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Tom Bean / Alamy Stock Photo

Doch das sollte Sie nicht abschrecken, denn die Belohnung für die ganzen Anstrengungen ist phänomenal: ein grandioser Blick auf Japans höchsten Wasserfall, den Nachi-no-taki. Der Wasserfall ist auch die Kulisse für den zweiten Großschrein, den Kumano Nachi Taisha mit seiner charakteristischen Pagode. 

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Tip

Die Abkürzung

70 km wandern klingt für Sie nicht unbedingt nach Urlaub? Keine Sorge, Teile der Strecke können auch mit dem Bus zurückgelegt werden. Auf diese Weise können Sie die ganze Schönheit genießen, machen es sich selbst aber etwas bequemer. Keine Zeit für die ganze Strecke? Dann machen Sie doch einen Tagesausflug von Osaka zum Kumano Nachi Taisha und zum Wasserfall.

Kumano Hayatama Taisha

Mit dem Boot

Um den letzten der drei Schreine, den Kumano Hayatama Taisha, zu erreichen, gilt es ein Gewässer zu überwinden. Das geht mit einem traditionellen Flachbodenboot, mit einem Motorboot oder mit einem Kajak. Der Kumano Hayatama Taisha liegt an der Mündung des Flusses Kumano-gawa. Hier fließt das Wasser aus den heiligen Kii-Bergen in den Pazifik. 

Vergessen Sie nicht, um zusätzlich zur Tempelanlage auch den 800 Jahre alten Nadelbaum zu besichtigen. Dieser gilt ebenfalls als heilig und ist ein würdiger Abschluss Ihrer Pilgerreise über den Kumano Kodō. 

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Tip

Mystischer Koya-san

Möchten Sie noch mehr sehen von der Kii-Region? Dann reisen Sie weiter zum Koya-san. Hier können Sie in das buddhistische Tempelleben auf Japans heiligstem Berg eintauchen. 

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Veerachart / Shutterstock.com
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April 2018

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