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Nostalgie in Chicago

Nostalgie, Jazz & Co.

Historisches Chicago

Obwohl die Skyline beeindruckend futuristisch daherkommt, herrscht in Chicago eine von Nostalgie und Geschichte geprägte Atmosphäre. Ein Flair, das einen in die Roaring Twenties entführt, komplett mit Flüsterkneipen und swingenden Jazzclubs. 

Das will ich sehen
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Text und Fotografie

Iris van den Broek
#eyeristravels

Es ist Freitagabend, als ich in Chicago ankomme. Hupende Taxis und ein nicht ablassender Strom von Fußgängern ziehen an mir vorbei. Doch ich sehe nur eins: die sieben Glitzer-Buchstaben an der Fassade des Theaters vor mir: CHICAGO! Derjenige, der die Idee hatte, den Namen der Stadt in riesigen Neonlettern an der Fassade eines Theaters anzubringen, war genial. Denn in der Stadt gibt es kaum Orte mit mehr Kultcharakter. Das Theater stammt aus dem Jahr 1921, wird aber immer noch genutzt. Dieser Ort prägt den Charakter meiner historischen Reise durch die Windy City, wie Chicago im Volksmund auch genannt wird.

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Ein Hotel als Hochzeitsgeschenk

Ganz stilecht wohne ich im geschichtsträchtigsten Hotel der Stadt: dem Palmer House Hotel. Als ich die atemberaubende Lobby betrete, werde ich sofort in eine andere Epoche katapultiert. Große Kronleuchter und eine riesige Decke mit nicht weniger als 21 Deckenmalereien verleihen dem Palmer House eine Pracht, die an französische Paläste wie beispielsweise Versailles erinnert. 

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Ganz hinten führt eine Treppe hinauf zum legendären Empire Room. In diesem prächtigen Ballsaal gaben sich große Namen wie Frank Sinatra, Louis Armstrong und Ella Fitzgerald die Ehre. 

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Im Flur, der zu meinem Zimmer führt, hängen unzählige Schwarz-Weiß-Fotos von Künstlern, die hier einst aufgetreten sind. Welch ein Ambiente!

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Was aber dieses Hotel wirklich außergewöhnlich macht, ist die Liebesgeschichte, die sich dahinter verbirgt. Der Palmer-House-Historiker Ken Price erzählt mir die faszinierende Geschichte über den Geschäftsmann Potter Palmer, der sich in das aus der High Society stammende Mädchen Bertha Honoré verliebte und ihr ein Hotel als Hochzeitsgeschenk versprach. 

„Zu jener Zeit gab es noch keine Hotels in Chicago. Nur ein paar Zimmer, wo man auf der Durchreise übernachten konnte“, sagt Price. „Ein großes Hotel wie es Palmer vorschwebte, war etwas noch nie Dagewesenes.“ 

1871 wurde The Palmer eröffnet. Tragischerweise brannte es nur 13 Tage nach der Eröffnung bis auf die Grundmauern ab, als der verheerende Große Brand von Chicago die ganze Stadt verwüstete. Doch Palmer gab nicht auf und baute ein zweites Hotel: das Palmer House Hotel, das bis zum heutigen Tag existiert. „Es mag wie ein Marketingspruch klingen, aber ich sage gern, dass Chicago um das Palmer House Hotel herum gebaut wurde“, erzählt Price. Marketing hin oder her, die Lage des Hotels ist in der Tat absolut erstklassig. Das Chicago Theatre, der Millennium Park, die State Street und die Magnificent Mile, alles liegt gleich um die Ecke. Ich könnte mir keinen besseren und vor allem keinen charmanteren Ort zum Übernachten wünschen. 

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Viktorianische Häuser in Old Town

Chicago ist auch bekannt als die City of Neigborhoods – kein Wunder, denn derer gibt es 77! The Loop in Downtown Chicago ist die mit Abstand beliebteste und wird begrenzt von den Schienen für die CTA-Züge, die als Hochbahn durch die Stadt fahren – ein typisches Chicagoer Stadtbild. Mit so vielen Stadtteilen ist es gar nicht so leicht, zu entscheiden, wohin es gehen soll, doch der Hotel-Concierge gibt mir einen Tipp: Old Town. Hier gibt es die meisten viktorianischen Häuser in der Stadt und der Stadtteil atmet die Atmosphäre einer Kleinstadt. Außerdem ist dies das In-Viertel Chicagos. In der lebhaften Wells Street nippen Jugendliche in den vielen Straßencafés an einem Drink oder führen sich auf einer öffentlichen Bank einen Hotdog zu Gemüte. 

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Das ultimative Brötchen

Mittlerweile knurrt auch mein Magen und obwohl der Hotdog Chicago Style eine lokale Spezialität ist, gelüstet es mich nach einem anderen regionalen Leckerbissen: Italian Beef. Also mache ich mich auf zu Al‘s Beef im Stadtteil Little Italy. Al‘s Beef ist Home to the great Chicago Sandwich und in der ganzen Stadt ein Begriff. 

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„Hillary Clinton feierte hier ihren 50. Geburtstag und Anthony Bourdain, ein hohes Tier in der kulinarischen Szene, prunkt an der Wall of Fame.“ 

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„Einen Hotdog kann man überall essen, aber unser Italian Beef ist etwas ganz Besonderes“, sagt Chris Pacelli jr. stolz. Gemeinsam mit seinen Brüdern betreibt er das Al‘s Beef. Er ist der Enkel von Tony Ferreri, der den Brötchenladen 1938 zusammen mit seinem Sohn Al gründete. Das berühmte Brötchen selbst entstand aus der Not heraus während der Großen Depression: „Fleisch war selten und teuer. Also schnitt Al das Roastbeef so dünn, dass man fast hindurchsehen konnte. So konnte er mit einem Stück Fleisch statt 20 auf einmal 50 Menschen mit einem Brötchen beglücken“, erzählt Pacelli. 

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Jetzt will ich natürlich kosten. Pacelli taucht ein Brötchen in die Soße, füllt es mit einer ordentlichen Portion Roastbeef und gibt zum Schluss noch Spitzpaprika drauf. Dann zeigt er mir, wie ich das Ganze im Stehen an der Bar essen sollte: „Der Trick ist, dass man vornüberbeugt“, erklärt er mir, während er seine Ellbogen auf die Bar setzt. „Das Fleisch ist nämlich so saftig, dass es garantiert tropft und so landet nichts auf der Kleidung.“ An der Wand hängt auch ein Schild, das die optimale Essposition noch einmal bildlich darstellt. Okay, alles klar! Ich stelle mich wie vorgeschrieben an die Bar und beiße in mein Brötchen. Chris Pacelli hatte recht, sofort strömt Soße über meine Hände. Aber egal, denn es ist so was von köstlich! Noch nie habe ich ein so zartes und so saftiges Roastbeef gegessen. Dies ist mit Recht ein Great Chicago Sandwich. Pacelli selbst isst diese Köstlichkeit jeden Tag zum Frühstück. „Ich muss doch jeden Tag prüfen, ob alles stimmt“, lacht er.

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    Pictorial Press Ltd / Alamy Stock Photo
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Al „Scarface“ Capone

„Obwohl der Name Capone in Chicago nicht gern genannt wird, ist Scarface für Menschen von außerhalb noch immer äußerst faszinierend.“

Der andere berühmte Al aus Chicago kam übrigens auch aus dieser Gegend. „Ja, Al Capone hat genau hier rumgemacht“, sagt Pacelli. „Er lebte hier, in Chicagos South Side.“ Das erklärt die Chicago-Gangster-Tour-Busse, die draußen vorbeiziehen. Denn obwohl der Name Capone in Chicago nicht gern genannt wird, ist „Scarface“ für Menschen von außerhalb noch immer äußerst faszinierend. Während der Prohibition belieferte dieser Mafiaboss zusammen mit seinen Kumpanen Tausende von Flüsterkneipen (Speakeasys) in Chicago mit Alkohol für den illegalen Ausschank. Und ja, er ermordete unzählige Menschen, aber das sei nur nebenbei bemerkt.

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Chicago und der Jazz

Natürlich darf bei einem Chicago-Aufenthalt der Besuch eines Jazzclubs auf keinen Fall fehlen. Denn obwohl diese Musik ursprünglich aus New Orleans stammt, führen viele Spuren ihrer Geschichte nach Chicago. Andy's Jazz Club ist einer der besten und ältesten Jazzclubs der Stadt und sollte daher unbedingt auf dem Programm stehen.

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Jazz Chicago

Die Atmosphäre ist intim, das Publikum begeistert. Auf einer kleinen Bühne spielt eine Band mit Saxophonist, Pianist, Schlagzeuger und Bassist. Ich sitze an der Bar und genieße einen Burger und einen Cocktail. Und die Musik natürlich. In der kurzen Zeit, die ich nun hier bin, ist mir die Stadt wirklich ans Herz gewachsen. Frank Sinatra sang es bereits 1964 und ich kann dem nur zustimmen: Chicago, my kind of town!

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  • Swingen in Andy’s Jazz Club
  • Übernachten im Palmer House Hotel
  • Shoppen in Old Town
  • Brötchen essen bei Al’s Beef

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