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Die Geheimnisse des Grand Central Terminal

Die Geheimnisse des Grand Central Terminal

Jeden Tag rauschen mehr als 750.000 Reisende durch das Grand Central Terminal in New York City. Nur wenige sind sich der vielen Geheimnisse bewusst, die dieser riesige Knotenpunkt des Eisenbahnverkehrs in sich verbirgt. Denn was hat es mit den Abfahrtzeiten auf sich? Und wer hatte exklusiven Zugang zum Track 61?

Neugierig geworden?
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Eröffnet wurde das Grand Central Terminal 1913. Der Bahnhof verfügt über 44 Bahnsteige, an denen 67 Gleise enden. Er ist noch immer der größte Bahnhof der Welt.

Der New Yorker Kult-Bahnhof Grand Central Terminal mag zwar aussehen wie ein normaler Bahnhof, er ist es aber nicht. Der gigantische Knotenpunkt ist ein Kopfbahnhof und für jeden ankommenden Zug die Endstation (Terminal). Eröffnet wurde das Grand Central Terminal 1913. Der Bahnhof verfügt über 44 Bahnsteige, an denen 67 Gleise enden. Er ist noch immer der größte Bahnhof der Welt. Ein Terminal voller Symbolik und mit vielen verborgenen Schätzen. Und obwohl einige dieser Geheimnisse nicht für die Öffentlichkeit bestimmt sind, können Sie die meisten entdecken; entweder bei einer selbstgeführten oder bei einer Audiotour.

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Oberirdische Geheimnisse

Und die berühmten hohen Fenster sind nicht das, was sie zu sein scheinen. Denn hinter ihnen verstecken sich Durchgänge, die den Büroangestellten des Terminals als Brücke dienen. So brauchen sie nicht durch die stark frequentierte Haupthalle zu gehen, um von der einen zur anderen Seite des Gebäudes zu gelangen. Wenn man ein Weilchen hinschaut, sieht man die Silhouetten vorbeihuschen.

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Die Haupthalle (Main Concourse) ist das pulsierende Herz des Grand Central Terminal. Die meisten Touristen gehen rein, schießen schnell ein Foto in und gehen wieder raus. Doch wer weiß, worauf es zu achten gilt, der sieht mehr. Im ganzen Gebäude findet man zum Beispiel Verzierungen mit Eichenblättern und Eicheln; die Eichel ist nämlich das Symbol der Familie Vanderbilt, die den Bau des Terminals finanziert hat.

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Meet me under the clock

Alle Filmfans kennen den berühmten Satz Meet me under the clock. Wird jemand in New York aufgefordert, zur Uhr zu kommen, weiß jeder genau, wohin er bestellt wurde: unter die riesige Uhr auf dem Informationsschalter mitten in der Haupthalle. Die Uhr ist in zahlreichen Hollywood-Filmen zu sehen und ihr Wert wird auf etwa 20 Millionen Dollar geschätzt. Ihre vier Seiten sind nämlich aus Opal gefertigt. Interessantes Detail: Vom Informationsschalter aus führt eine verborgene Wendeltreppe direkt in den Informationsschalter eine Etage tiefer.

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Doch die Grand Central Terminal Clock ist nicht der einzige Zeitanzeiger hier, der mehr ist als nur das. Die großen Tafeln in der Haupthalle zeigen die Abfahrtzeiten der Züge an. Würde man meinen. Doch keine dieser Zeitangaben ist präzise: Alle Züge fahren genau 1 Minute später als auf der Tafel angezeigt – und so erreicht fast jeder pünktlich seinen Zug. Statt des Schreiens der Schaffner, die ihre hetzenden Passagiere lauthals zur Eile mahnen, hört man auf den Bahnsteigen im Grand Central Terminal oft genau das Gegenteil: Slow down!

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Interessantes Detail

Die Uhr auf dem Grand Central Terminal ist die größte Tiffany-Uhr der Welt. Diese riesige Uhr hat einen Durchmesser von vier Metern!

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Unterirdische Geheimnisse

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M42, Zielscheibe der Nazis

Mehr als 100 Meter unter dem Grand Central Terminal liegt M42. Dieser Bereich steht auf keinen (Bau-)Plänen des Gebäudes und bis in die 1980er-Jahre hinein wusste die Öffentlichkeit nichts von seiner Existenz. Während des Zweiten Weltkriegs befanden sich hier die Transformatoren, über die der gesamte Bahnverkehr im Nordosten der USA mit Strom versorgt wurde. Die Alliierten nutzten das Netzwerk, um ihre Truppen zu transportieren und mit Waffen auszustatten. Nicht weniger als 80 Prozent der Waffentransporte waren auf die im M42 erzeugte Elektrizität angewiesen.

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Ein ehemaliger Mitarbeiter des Terminals informierte Adolf Hitler über die Existenz von M42 und so wurde diese Stromversorgung während des Zweiten Weltkriegs eine Zielscheibe der Nazis. Kompliziert musste die Sabotage nicht sein: Es würde reichen, einen einfachen Sandsack über den Transformatoren auszuleeren, um das gesamte Netzwerk lahmzulegen. Er schickte drei Spione nach New York, doch das FBI bekam Wind von der Sache und konnte das Trio rechtzeitig festnehmen.

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Track 61

Das legendärste aller Gleise im Grand Central Terminal ist das Track 61. Hier steht der rostige Zug, mit dem Präsident Franklin D. Roosevelt in den 1930er-Jahren ungesehen zum direkt neben dem Bahnhof liegenden Waldorf Astoria Hotel gelangte. Roosevelt war an Kinderlähmung erkrankt und mit der Zeit verschlechterte sich sein Zustand. Er wollte seine Krankheit vor der Bevölkerung möglichst verbergen und wurde deshalb komplett mit Auto in einem Waggon bis unter das Waldorf Astoria Hotel gebracht. 

Daraufhin wurde sein Auto durch die großen Schiebetüren an der Seite des Waggons hinausgezogen und in einen Fahrstuhl gefahren. Mit diesem Fahrstuhl gelangte er direkt in die Garage des Hotels. Obwohl das Gleis verlassen und unbenutzt anmutet, kommt es Berichten zufolge auch heute noch manchmal zum Einsatz, um Präsidenten und andere Promis ungesehen nach NYC und aus der Stadt heraus zu befördern. Ob das wahr ist? Wer weiß … 

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Oktober 2016

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