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WILLIS LIU / FLICKR
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Schlafen unterm Nordlicht

Schlafen unterm Nordlicht

Mitten in der verschneiten Wildnis, 250 km nördlich des Polarkreises, liegt ein sehr außergewöhnliches Hotel: das Kakslauttanen Arctic Resort. Hier übernachtete iFly-Reporterin Iris van den Broek in einem Glas-Iglu mit Blick auf das Nordlicht.

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Iris van den Broek
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Iris van den Broek

„Hier ist Ihr Iglu“, sagt die Dame am Empfang und umkreist auf einem Plan die Stelle, an der sich meine gläserne Unterkunft befindet. Ich blicke durchs Fenster auf die Schneeberge und daraufhin auf meine Koffer. Sie sieht meinen fragenden Blick und lacht: „Draußen sind Schlitten, mit denen Sie Ihr Gepäck befördern können.“ Na klar, die Koffer werden auf Schlitten gepackt. Ein kleiner Schubs und das Gefährt setzt sich in Bewegung. Dieses Hotel ist schon jetzt ein Erlebnis!

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Iris van den Broek

52 °C Temperaturunterschied

Es ist Mitte Januar und kalt. Bitterkalt. Und auch das ist bei -30 °C maßlos untertrieben. Zum Glück sind die Glas-Iglus mit einer raffinierten Doppelverglasung versehen. Diese isoliert und außerdem werden die Scheiben beheizt, wodurch es drinnen mit 22 °C richtig kuschelig ist. Der Temperaturunterschied zu draußen beträgt 52 °C! Als ich durch die kleine Tür ins Freie stapfe, fühle ich mich ein wenig wie Alice im Wunderland … im Winterwunderland. Und jetzt Daumen drücken, dass sich das Nordlicht (Aurora Borealis) heute Abend zeigen will.

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Lappländische Wildnis & Huskys

Weil Kakslauttanen mitten im Niemandsland liegt, ist dies der perfekte Ort, die lappländische Wildnis zu erkunden. Und was gibt es da Schöneres als eine Hundeschlittenfahrt? Mit mir im Schlepptau sausen sechs begeisterte Huskys durch die verschneiten Wälder. Durch die Bäume hindurch sehe ich die Weiten von Finnisch-Lappland. Menschenleer, einsam und verlassen, nur ein paar Tannen stehen hier und dort. 

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Iris van den Broek

In den Wintermonaten bildet sich eine Eisschicht auf den Bäumen: Tykkylumi auf Finnisch. Diese Schicht verwandelt die Bäume in eigenwillig geformte Schneeskulpturen, die Ähnlichkeit mit hohen Bergen aus Rasierschaum oder mit riesigen Zauberhüten haben. Das Phänomen verleiht der Landschaft ein bizarres Aussehen.

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Das Nordlicht

Weil Lappland so nah am Polarkreis liegt, kommt die Sonne im Januar kaum über den Horizont hinaus. Deshalb besteht der Tag nur aus Dämmerung und um drei Uhr nachmittags ist es draußen eigentlich schon dunkel. Leider macht das Nordlicht noch keine Anstalten, sich zu zeigen. Doch am Abend habe ich Glück. Gerade sitze ich im Restaurant und genieße eine köstliche lappländische Lachssuppe, als die Menschen um mich herum plötzlich unruhig werden, aufstehen und nach draußen gehen. Das kann nur eins bedeutet: Das Licht ist da! 

Ich packe mich warm ein und gehe auch ins Freie. Erst sehe ich nur eine schwache, weißliche Linie in der Luft. Das kann es ja wohl nicht sein. Plötzlich erscheint in dem Streifen etwas Farbe und auf einmal wird die Luft grün. Nicht einfach grün, sondern richtig neongrün. Die Lichtstreifen sind ständig in Bewegung, wirbeln und drehen sich und verändern immerfort ihre Form. Wow! 

Das Nordlicht ist noch den ganzen Abend zu sehen, sodass ich auch vom Bett in meinem Iglu aus genau die Aussicht habe, für die eigentlich alle nach Kakslauttanen kommen. Es ist wunderschön und einfach magisch. Jetzt zu schlafen, wäre himmelschade! 

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Samen & Rentiere

Als ich aufstehe, ist das Nordlicht einem wunderschönen Morgenhimmel in Rosa und Orange gewichen. Heute steht eine Rentier-Safari auf dem Programm. Dazu werde ich mit einigen anderen Reisenden in ein kleines Sami-Dorf in der Nähe von Kakslauttanen gebracht. Die Samen sind ein Nomadenvolk und die Ureinwohner Lapplands. Begrüßt werden wir von Pentti, der eine bunte Tracht und Schuhe aus Rentierleder trägt. Zusammen mit 20 anderen Samen und 140 Rentieren lebt er schon sein ganzes Leben in dem Dorf. „Es ist ein schöner Tag heute, nicht so kalt!“ begrüßt er uns. Nun ja, für jemanden, der über dem Polarkreis lebt, mag -25 °C tatsächlich fast frühlingshaft sein.

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Pentti macht die Schlitten klar und kurz darauf können wir einsteigen. Es liegt eine Decke bereit und ich kuschele mich dankbar in sie ein. Im Gegensatz zu Hunden brauchen Rentiere keinen Musher. „Sie folgen mir“, lacht Pentti und steigt auf den vorderen Schlitten. Und tatsächlich, sobald sich dieser in Bewegung setzt, kommt auch mein Rudolf in die Gänge. Eine Stunde lang gleiten wir gemächlich durch wundervoll verschneite Wälder. Der hektische Alltag ist hier so was von weit weg!

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Der Inbegriff von Winter

Nach unserer Rückkehr mache ich vor dem Auschecken noch einen Spaziergang durch den Park des Hotels. Kakslauttanen ist recht groß und hat zusätzlich zu den Iglus auch Holzhütten, in denen man übernachten kann. Zwischen den Unterkünften schlängeln sich wunderschöne, von hübschen Laternen gesäumte Alleen. 

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Finnisch-Lappland ist anders als alles, was ich bisher gesehen habe. In diese letzte Wildnis Europas, wie das Gebiet auch genannt wird, werde ich ganz bestimmt noch einmal zurückkehren. Hier zeigt sich der Winter von seiner schönsten, eisigsten und spektakulärsten Seite. Lappland ist der Inbegriff von Winter.

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„Die Lichtstreifen sind ständig in Bewegung, wirbeln und drehen sich und verändern immerfort ihre Form. Wow!“

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iFly Magazine

März 2017

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