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Jidesh Kambil / 500px
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Das letzte Geheimnis der Verbotenen Stadt

Die Verbotene Stadt war während der Ming- und Qing-Dynastien Chinas Machtzentrum. Machen Sie mit uns einen Ausflug in die Symbolik, in die Architektur und zur letzten „verbotenen“ Stelle von Chinas größtem Kulturschatz.

Öffnet die Tore
One Story Bejing 02 History
Andrew Steele / 500px

Die Chinesen betrachteten ihr Land im 15. Jahrhundert als Zentrum der Welt. Genau in der Mitte des Machtzentrums stand der Palast des Kaisers: die Verbotene Stadt. Hinter den Mauern lag eine von extremem Reichtum geprägte Welt, die 600 Jahre lang kein gewöhnlicher Sterblicher betreten durfte. Jetzt zählt die Stadt etwa 20.000 Besucher pro Tag, aber es gibt einen Ort, den noch nie jemand gesehen hat – und der bald für die Öffentlichkeit zugänglich wird.

Forbidden City Doors Anim Start
One Story Bejing 04 Marble
David Fundingsland / 500px

Marmorblöcke über Eisstraßen

Wie die Chinesen es schafften, diese gigantische Stadt zu bauen, war lange Zeit ein Rätsel. Im gesamten Komplex finden sich bleischwere Marmorplatten mit detaillierten Schnitzereien. Die größte ist ganze 16,8 m lang und 3 m breit. Kürzlich haben Wissenschaftler herausgefunden, dass die unglaublich schweren Blöcke wahrscheinlich über Eisstraßen transportiert wurden: In den langen, kalten Wintern setzte man die Straßen unter Wasser und konnte dann mit nur 50 Männern eine solche Last über das Eis transportieren.

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Gelb ist Macht, Rot steht für Glück

Farben hatten in der Verbotenen Stadt eine große Bedeutung. Gelb symbolisierte die höchste Macht und war deshalb dem Kaiser vorbehalten. Praktisch alles um seine Person herum war gelb: von Kleidung und Bettwäsche bis hin zu Bodenfliesen und Geschirr. Um seine göttliche Gegenwart zum Ausdruck zu bringen, hatten sogar die Dachziegel in der Verbotenen Stadt eine gelbe Glasur.

Rot wurde mit Fruchtbarkeit und Glück assoziiert und daher sind alle Gebäude und Verteidigungsmauern rot. Doch Rot ist auch die Farbe des Feuers und das erklärt, warum das Dach der Bibliothek als einziges Dach der Stadt nicht gelb, sondern schwarz ist. Schwarz steht für Wasser und das soll einen eventuellen Brand löschen. 

One Story Bejing 05 Feng Shui
Edwin Leung / 500px

Harmonielehre Feng-Shui

Einer der wesentlichen Faktoren beim Festlegen des Standortes der Verbotenen Stadt war Feng-Shui. Bei der traditionellen chinesischen Philosophie wird nach Orten gesucht, die eine harmonische Beziehung zur natürlichen Umgebung haben. Auch die Symmetrie spielt eine wichtige Rolle und somit ist der Grundriss der Verbotenen Stadt weitgehend symmetrisch. Auf der Nord-Süd-Achse in der Mitte stehen die wichtigsten Gebäude, die weiteren Bauten sind beidseitig der Achse symmetrisch angeordnet.

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Die Zahl Neun: ultimative Männlichkeit

Überall in der Verbotenen Stadt findet man Hinweise auf die magische Zahl Neun. Diese Zahl ist von großer Bedeutung in der chinesischen Numerologie und steht für ultimative Männlichkeit und damit für den Kaiser. Um ihn zu erreichen, musste man neun Tore durchschreiten. Die Verbotene Stadt hat 9.999 Zimmer, ein Zimmer weniger als die 10.000 Räume, die nur der Himmel besitzen darf. Auf dem Dach des kaiserlichen Palastes stehen neun Fabelwesen, die den Kaiser schützen sollen und auf den Toren sind Nägel in neun Reihen von jeweils neun Stück angebracht.

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John Zhang / 500px

Das letzte Geheimnis

Obwohl fast die gesamte Verbotene Stadt jetzt für die Öffentlichkeit zugänglich ist, gibt es einen Ort, der bis heute ein Rätsel ist. Als im Jahr 1924 der letzte Kaiser aus der Verbotenen Stadt floh, verschwand einer der größten Schätze der Stadt hinter verschlossenen Türen: der Qianlong-Garten. Doch in einigen Jahren wird dieser geheime Garten für das Publikum geöffnet. Der vierte Kaiser der Qing-Dynastie ließ den Garten als Teil seiner Privaträumlichkeiten anlegen und erließ ein Dekret, den Garten nach seinem Tode bis in alle Ewigkeit unberührt zu lassen. Die Bambusmöbel, die Seidenmalereien, die Jadeverzierungen und die Glaswaren aus dem 18. Jahrhundert … alles ist noch da und alles ist unversehrt. 2008 wurde mit der Restaurierung begonnen, die Eröffnung ist für 2020 geplant.

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