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Lavendel in der Provence: Eine Region trägt Lila

Lavendel in der Provence

Eine Region trägt Lila

Diese malerische französische Region mit ihren bezaubernden Farben war sehr beliebt bei Malern wie Cézanne, Renoir, Gauguin und van Gogh – und wer könnte es ihnen verdenken! Im Sommer ist die Provence in absoluter Bestform, denn dann stehen die Lavendelfelder in voller Blüte und sind die reizenden Dörfer zwischen der Côte d'Azur und den Alpen festlich gestimmt. Lassen Sie sich verzaubern vom „blauen Gold“ und begleiten Sie uns auf unserer Lavendelroute durch die Provence.

On y va!
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Im Sommer wird gefeiert

Eigentlich kann man in der Provence den ganzen Sommer über vom blühenden Lavendel genießen – man muss allerdings wissen, wohin man da gehen sollte. Je nach Wetterlage und Lage der Felder strahlt die lilafarbene Blütenpracht von Anfang Juni bis Ende August. Die Faustregel lautet: je höher das Feld und je mehr Regen, desto später die Blüte. Zur Lavendelernte gehören Feste und Märkte, wobei man den duftenden Blüten in ganz unerwarteten Produkten begegnet, zum Beispiel in Seife, Honig, Brot und Eis.

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B. Harvey

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Helen Rushbook

Verführerischer Duft und aromatisierende Zutat

Die Bezeichnung Lavendel leitet sich wahrscheinlich vom lateinischen lavare, waschen, her. Lavendel wird schon seit Tausenden von Jahren in Parfüm und Arzneimitteln sowie zur Aromatisierung von Speisen eingesetzt. Aus dem Grab des Pharaos Tutanchamun kamen zum Beispiel Fässer mit Lavendelcreme zum Vorschein und es heißt, Kleopatra hätte zur Vorbereitung auf ihr Treffen mit Julius Caesar in Lavendelparfüm gebadet. Die alten Römer setzten Lavendelöl aufgrund seiner desinfizierenden und beruhigenden Wirkung als Arzneimittel ein. In der Provence landet Lavendel auch auf dem Teller: die getrockneten Blüten sind eine unabkömmliche Zutat in der provenzalischen Küche.

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Trinette Reed
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MOIRENC CAMILLE

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Cyrille de Villèle - Mairie de Digne les Bains

Gesundes Bad in Digne-les-Bains

Die jahrhundertealte Kurstadt Digne-les-Bains ist ein guter Startpunkt für die Erkundung der Lavendelregion. Schon die alten Römer kamen vor 2000 Jahren gern zur Kur hierher. Die heilenden (und leicht radioaktiven) heißen Quellen bürgen für Entspannung und Genuss, ein Spaziergang durch die verwinkelten Gassen ist ein höchst charmantes Erlebnis und auf dem lokalen Wochenmarkt lassen sich fantastische regionale Produkte ergattern (der lokale Lavendelhonig ist ein Muss!). Im August wird man mit etwas Glück Zeuge des alljährlichen Corso de la Lavande, wenn die Lavendelernte mit Prunkwagen, Märkten und Feuerwerk groß gefeiert wird.

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Cyrille de Villèle - Mairie de Digne les Bains
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    Javier Pardina

Blaues Gold

Es ist nicht sofort offensichtlich, aber Lavendelkenner wissen: In der Provence ist nicht alles Gold, was glänzt. Auf einem Großteil der lilafarbenen Felder wächst nämlich kein Lavendel, sondern Lavandin. Diese Kreuzung ist einfacher zu produzieren und liefert mehr Öl als der sogenannte lavandre vraie, der echte Lavendel.

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Den Lavandin erkennt man an seinem beißenden Geruch und seinem Preis, denn echter Lavendel ist teuer und gilt nicht umsonst als das blaue Gold.

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    Matteo Colombo
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Blütendecke in strahlendem Lila

Die größten Lavendelfelder der Provence finden sich auf der Hochebene Valensole, umringt von charmanten Orten wie Riez, Saint-Martin und Manosque. Diese 500 m über dem Meeresspiegel liegende Ebene misst ganze 800 km2. Am schönsten präsentiert sich die riesige Blütendecke im Juli, wenn der Lavendel in voller Blüte steht.

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Matteo Colombo
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    Matteo Colombo

Sonnenblumen, Wein und Lavendel

Im Luberon sind die Lavendelfelder kleiner und bildet das Lila einen fantastischen Kontrast zu den goldgelben Sonnenblumenfeldern und den grünen Weinbergen. Zusätzlich zur Natur ist diese Gebirgskette bekannt für ihre malerischen Dörfer, zum Beispiel Bonnieux, Lourmarin und Gordes, wo es scheint, als sei die Zeit stehengeblieben. Der Luberon gilt als die Wiege des Lavendelanbaus und im Musée de la Lavande in Coustellet erfahren Sie jede Menge Interessantes. Im Museumsshop werden Lavendelprodukte vom nahe gelegenen Landgut Château du Bois angeboten; hier lassen sich richtig schöne Souvenirs erstehen.

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    republica
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Der Honig der Mönche

Ruhig und würdig hebt sich der graue Stein vom ausgelassenen Lila des Lavendels ab – dieses wunderschöne Bild bietet sich etwa 3 km nördlich des mittelalterlichen Dorfes Gordes. Denn hier liegt inmitten der Lavendelfelder die aus dem 12. Jahrhundert stammende Abtei Notre-Dame de Sénanque. Sie wird auch heute noch von Zisterzienser-Mönchen bewohnt. Im Abteiladen können Sie ihren selbstgemachten Lavendelhonig kosten.

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Canan Czemmel
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Juro Pozzi
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[Left] © Peter Adams Photography Ltd / Alamy Stock Photo [Right] © Juro Pozzi

Von der Blüte zum Öl

Der typische Lavendelduft, der uns aus Parfüm, Seife oder Badeschaum entgegenströmt, stammt von dem Öl in den Lavendelblüten. Um den Duft zu isolieren, muss das Öl aus den Blüten gewonnen werden. Das geschieht mittels Wasserdampfdestillation. Eine kostspielige Angelegenheit, denn für 1 kg Öl werden etwa 100 kg Lavendel gebraucht. Wie genau der Destillationsprozess funktioniert, sehen Sie in der Lavendel-Destillerie Les Agnels im Luberon, wo die Familie Agnel schon seit 1895 Lavendelöl und ätherische Öle aus anderen Blumen gewinnt.

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Unterwegs zum Mont Ventoux

Auf der Hochebene von Sault beginnt der Chemin des Lavandes, ein Wanderweg, der an Lavendelfeldern in strahlendem Lila vorbeiführt, während der Mont Ventoux die Spaziergänger majestätisch überragt. Die richtig Sportlichen unter uns erklimmen ihn natürlich. Nach den ganzen Anstrengungen empfiehlt sich ein Besuch des Nougatladens von André Boyer, dessen Urgroßvater Sault schon im Jahr 1887 mit süßen Verlockungen verwöhnte. Außer Nougat gibt es auch Kekse und Macarons mit – wer hätte das gedacht – Lavendelgeschmack.

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Juni 2017

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