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Eric Lo | Getty Images
Eric Lo | Getty Images

Das Death Valley mal näher betrachtet

Die trockene Schönheit des

Death Valley

Der US-amerikanische Death-Valley-Nationalpark wird oft als knochentrocken und glühend heiß abgetan. Das ist zwar richtig, bedeutet aber nicht, dass es dort überall dürr und langweilig ist. Ganz im Gegenteil, es gibt kaum eine Wildnis, wo Mutter Erde ihr Können so großartig zur Schau stellt.

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Spot On Death Valley 02 Intro Map

Viel zu sehen

Das Death Valley (Tal des Todes) ist ein Gebiet, in dem die Extreme das Sagen haben. Mit mehr als 2,5 Millionen Fußballfeldern an Naturschutzgebiet ist dies die größte Wildnis auf US-amerikanischem Boden (Alaska ausgenommen). Außerdem ist das Death Valley der heißeste und trockenste Nationalpark in den USA. Der Grund ist die einzigartige Lage: das Tal – ein Teil der Mojave-Wüste – ist von Bergen umgeben, die nur selten einen Regenguss passieren lassen. Nicht zuletzt aufgrund dieser natürlichen Türsteher kann das Thermometer an einem ganz normalen Sommertag leicht auf über 50 °C ansteigen. 

Haben wir es also mit einer monotonen Mondlandschaft zu tun? Keineswegs. Auf den bedrohlichen Namen wurde das Tal von Goldsuchern getauft, die sich in diesem Gebiet verlaufen hatten und es in nicht allzu guter Erinnerung behielten. Doch es findet sich sehr wohl Leben in diesem Tal. Außerdem haben Sonne, Wind und – ja, Sie lesen richtig – Wasser hier eine einzigartige Landschaft mit vielen geologischen Highlights geschaffen.

Reiseziel: Death Valley, USA
Lage: an der Grenze zu Kalifornien und Nevada, 260 km westlich von Las Vegas.
KLM-Verbindung: mindestens acht Flüge pro Tag von Amsterdam nach Salt Lake City und zurück; eine Zwischenlandung.

Spot On Death Valley 03 Intro Stroke Skull

   

Spot On Death Valley 04 Devils Goldcourse

Devil’s Golfcourse

Salziger Golfplatz

Stellen Sie sich den schlimmsten aller Golfplätze vor: knallhartes Gras, überall Beulen, Risse und Löcher. Haben Sie ihn vor Augen? Gut, aber er ist gar nichts im Vergleich zu den berühmten Salinen des Death Valley: ein Boden so bizarr geformt, dass laut einer der ältesten Beschreibungen nur der Teufel hier Golf spielen könnte. Die Salzkristalle sind das Überbleibsel eines alten Sees, der im Laufe der Geschichte verdunstet ist. Daraufhin haben Wind und Regen aus dem Gebiet diesen sich immerfort verändernden Schweizer Käse gemacht. Wie wär‘s mit einem Hole-in-one in dieser surrealen Landschaft?

Spot On Death Valley 05 Darwins Falls Videoloop

      

Darwin Falls

Abkühlung in der Wüste

Dass nicht das gesamte Wasser im Death Valley verdunstet ist, beweisen die Darwin Falls. Er ist der schönste der wenigen Wasserfälle, die in diesem Park von den Felsen donnern. Der 24 m hohe Wasserfall wird von einer unterirdischen Quelle gespeist und führt deshalb das ganze Jahr über Wasser. Wanderern bietet er eine wunderbare Abkühlung in der heißen Wüste, wenn auch gut versteckt in einer engen Schlucht. Und auch die Natur profitiert: in der Nähe des Wassers grünt es üppig und auch die lokalen Wachteln holen sich hier gern ein Schlückchen.

Zabriskie Point & Dante’s View

Die schönste Aussicht im Death Valley

Wer die trockene Schönheit des Death Valley richtig genießen will, muss hoch hinaus, zum Beispiel zum Zabriskie Point. Dies ist ein wunderbarer Aussichtspunkt, wo sich der Nationalpark als ein riesiges Postkartenmotiv präsentiert. Von hier aus kriechen die durch sedimentiertes Gestein entstandenen Hügel wie eine faltige Tischdecke zum Horizont, flankiert von einer Kathedrale aus roten Felsen. Noch nicht genug gesehen? Auch Dante's View bietet einen traumhaften Blick über das Tal.

Spot On Death Valley 06 Zabriskie Point

   

Eureka Dunes

Geheimnisvolles Summen

Nein, Ihre Ohren trügen Sie nicht. Das monotone Summen, dass Sie bei den Eureka Dunes hören, sind die Sandkörner, die im Wind aneinander reiben. Doch es gibt noch mehr Bemerkenswertes bei diesen 200 m hohen Sanddünen. Denn wenn einmal ein paar Regentropfen fallen, saugen sie das Wasser wie ein Schwamm auf und halten es unter der Erdoberfläche fest. Die Eureka Dunes können auf diese Weise drei Pflanzenarten am Leben erhalten – Pflanzen, die es nirgendwo gibt, nur auf dieser Sandinsel im Norden des Death Valley. Die schönste der drei seltenen Pflanzen ist die Eureka Dunes Evening Pimrose, die nachts ihre weißen Blüten durch den Sand an die Oberfläche schickt.

Spot On Death Valley 07 Dunes
Matteo Colombo | Getty Images

   

Spot On Death Valley 08 Artist Palette

   

Artist’s Palette

Felsen in Tieflila und Pastellgrün

Gerade wenn man meint, das Death Valley habe all seine Überraschungen preisgegeben, präsentiert die Wildnis bei Artist‘s Palette eine vielfältige Farbenpracht. Wo sonst im Park graubraune Farbtöne vorherrschen, sehen die Felsen hier aus, als seien sie in ein paar Farbtöpfe gefallen. Von Tieflila bis Pastellgrün und von Hellrosa bis Azurblau … die Farben sind das Ergebnis einer Reihe von Vulkanausbrüchen, die vor Millionen von Jahren mehrere Steinschichten geschaffen haben. Unter dem Einfluss von Wasser entstanden chemische Reaktionen, die den Steinen schließlich ihr buntes Kleid schenkten.

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April 2017

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