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Der Grachtengürtel, das schlagende Herz Amsterdams

An den

Amsterdamer Grachten

Wunderschöne Kaufmannshäuser mit reich verzierten Fassaden, gemütliche Hausboote und mit Fahrrädern geschmückte Brücken: der Grachtengürtel ist das Gesicht von Amsterdam. Neugierig auf die schönsten Orte? Begleiten Sie uns zur Herengracht, Keizersgracht und Prinsengracht.

Streifzug über die Amsterdamer Grachten
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Die Grachten im Goldenen Zeitalter

Die Amsterdam durchziehenden Kanäle heißen Grachten und die wichtigsten sind Singel, Prinsengracht, Keizersgracht und Herengracht. Sie bilden einen Halbkreis um den Amsterdamer Stadtkern. Obwohl die ersten Grachten schon im 14. Jahrhundert angelegt wurden, hat man das Wassernetz im 17. Jahrhundert stark erweitert. Denn im Goldenen Zeitalter platzte Amsterdam aus allen Nähten und die Grachten sollten dafür sorgen, dass die Stadt sich im Sumpfgebiet an der Amstel ausdehnen konnte. Dieses Großprojekt startete 1613 und 50 Jahre später war Amsterdam fünfmal so groß. Die Parzellen an der Prinsengracht, Keizersgracht und Herengracht wurden an reiche Familien verkauft und noch heute zeugen die aufwendigen Häuser vom Wohlstand jener Zeit.

„Die Grachten sind noch immer der Mittelpunkt der Stadt und zu jeder Jahreszeit kann man auf dem Wasser, am Wasser und sogar im Wasser einiges erleben.“


Am Königstag am 27. April zum Beispiel sorgen die in den Grachten schaukelnden und festlich geschmückten Boote für ein orangefarbenes Spektakel, während es im Winter durchaus vorkommen kann, dass die Amsterdamer auf Schlittschuhen an Ihnen vorbeisausen. Die wirklich Mutigen warten auf den Sommer: Beim Amsterdam City Swim springen die Teilnehmer ins Wasser und schwimmen für einen guten Zweck 2 km lang um die Wette.

Der Grachtengürtel, das schlagende Herz Amsterdams

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Amsterdam Grachten 03 Chapter Herengracht

Wunderschöne Kaufmannshäuser an der Herengracht

Die Herengracht ist die erste Gracht nach der Singel. Wie der Name bereits vermuten lässt, waren die Parzellen an dieser Gracht für die reichsten Amsterdamer Kaufleute vorgesehen. Das sieht man gut in der Gouden Bocht, der Goldenen Kurve, wo einige der schönsten und breitesten Grachtenhäuser der Stadt liegen. Im 17. Jahrhundert galt: je breiter die Fassade, desto höher die Steuern. Im Gegensatz zu den Besitzern der charakteristischen schmalen Häuser an anderen Orten der Stadt, machte den Bewohnern der Herengracht der eine oder andere zusätzliche Meter nichts aus.

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Restaurant Herengracht
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Restaurant Herengracht

Speisen im Restaurant Herengracht

Wer seinen Augen nach der ganzen Pracht in der Goldenen Kurve eine Pause gönnen will, kann sich ein Plätzchen auf den Ledersofas im eleganten Restaurant Herengracht suchen. Obwohl … richtig zur Ruhe kommen die Augen auch hier nicht, denn die Wände schmücken die realistischen Kunstwerke von Jesse Faber. Bei schönem Wetter ist der Innenhof ein herrlicher Ort, um ein herzhaftes Club-Sandwich oder ein Steak Tartar zu genießen. Die Terrassenheizer sorgen dafür, dass es hier auch am Abend sehr angenehm ist – bleiben Sie also noch ein wenig und gönnen Sie sich einen köstlichen Cocktail.

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Restaurant Herengracht
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Kattenkabinet

Verschmuste Kunst im Kattenkabinet

An der Herengracht 497 verbirgt sich hinter der imposanten Eingangstür ein wahres Katzenparadies: das Kattenkabinet. Aus allen Ecken wird man von leuchtend grüngelben Augen angesehen, denn das historische Gebäude in der Goldenen Kurve ist gänzlich Gemälden, Zeichnungen, Postern und Skulpturen von Katzen gewidmet. Die Sammlung umfasst unter anderem Werke von Rembrandt, Corneille, Picasso, Jože Ciuha und Sal Meijer. Hier zeigt sich einmal mehr, wie tief die Liebe zu einer Katze sitzen kann, denn gegründet wurde das Kattenkabinet im Gedenken an John Pierpont Morgan (1966-1983), den heißgeliebten roten Kater des Gründers Bob Meijer.

Amsterdam Grachten 06 Chapter Keizersgracht

Die breiteste Gracht: Keizersgracht

Die Keizersgracht ist mit mehr als 30 m die breiteste Gracht in der Amsterdamer Innenstadt. Benannt wurde sie nach dem österreichischen Kaiser Maximilian I. Es hat nicht viel gefehlt und es hätte die Keizersgracht nie gegeben, denn nach den ersten Plänen sollte hier eine elegante Promenade nach dem Vorbild der Voorhout in Den Haag realisiert werden. Davon wurde schließlich abgesehen; der Grund: man vermutete, die zukünftigen Bewohner würden lieber per Boot zwischen ihren Wohn- und Lagerhäusern pendeln.

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Museum Van Loon
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Museum van Loon

Zu Besuch im Museum Van Loon

Im Museum Van Loon kann man den Reichtum des Goldenen Zeitalters hautnah erleben. Dieses schöne Kaufmannshaus an der Keizersgracht 672 wurde im Jahr 1672 entworfen und unter anderem vom Maler Ferdinand Bol bewohnt, einem Schüler von Rembrandt. 1884 kam das Haus in den Besitz der adligen Familie van Loon, die es bis in die 1960er-Jahre hinein bewohnte. Heute ist es für die Öffentlichkeit zugänglich und man kann dank der reich verzierten Räumlichkeiten mit gedeckten Tischen, gemachten Betten, dem überraschend großen Garten und der Remise eine richtige Zeitreise machen. An den Wänden hängen Porträts der Familie van Loon, darunter auch Willem van Loon, der Gründungsmitglied der Niederländischen Ostindien-Kompanie (VOC) war.

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FOAM
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FOAM

Fotografiemuseum Foam

Kamera-Begeisterte aufgepasst: Keizersgracht 609, so lautet die Adresse des Fotografiemuseums Foam. In dem überraschend modernen Interieur der historischen Häuser kommen die Ausstellungen international renommierter Fotografen und junger Talente gut zur Geltung. Verschiedene Richtungen kommen hier zum Zuge, zum Beispiel dokumentarische, historische, Nachrichten- und Modefotografie. Es macht auch großen Spaß, in dem gut ausgestatteten Buchladen zu stöbern oder im gemütlichen Café eine Kaffeepause einzulegen.

Amsterdam Grachten 09 Chapter Prinsengracht

Gegenüber dem Jordaan: Prinsengracht

Zählt man vom Zentrum aus die Ringe, ist die Prinsengracht die vierte und längste Gracht in Amsterdam. Diese Gracht liegt in einem etwas ruhigeren Teil der Innenstadt und wer die Brücken überquert, befindet sich auch schon im ehemaligen Arbeiterviertel Jordaan. Das berühmteste Haus an der Prinsengracht trägt die Nummer 263: das Anne-Frank-Haus, eines der bemerkenswertesten Museen Amsterdams. Etwas weiter steht die Westerkirche mit dem nicht zu übersehenden Westerturm, dem höchsten Kirchturm der Stadt.

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Timothy Hoenson | Café 't Papeneiland
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Timothy Hoenson | Café 't Papeneiland

Die älteste Kneipe Amsterdams: Café Papeneiland

Eine ordentliche Portion authentisches Amsterdam gibt‘s im Café Papeneiland, einer unverfälschten braunen Kneipe an der Ecke der Prinsengracht und der Brouwersgracht. In den Niederlanden ist eine braune Kneipe (bruin café) eine urige, gemütliche und dunkle Kneipe mit viel Holz. Die älteste Kneipe der Stadt stammt aus dem Jahr 1642 und wird von Familie Netel betrieben. Der Name „Papeneiland“ verweist auf einen alten Schimpfnamen für Katholiken: papen. Gegenüber der Kneipe befand sich früher nämlich eine versteckte katholische Kirche. Es heißt, dass die papen von der Kneipe aus einen unterirdischen Fluchtweg erreichen konnten. Geht man in der Kneipe die Treppe hinunter, befindet sich auf der rechten Seite eine Tür, die immer abgeschlossen ist. Sie ist womöglich der Eingang zum Tunnel. Zusätzlich zu inländischen Spirituosen und Bier werden hier traditionelle holländische Käsewürfel, Leberwurstscheiben und hausgemachter Apfelkuchen serviert.

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Boothuismuseum
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Boothuismuseum

Wohnen auf dem Wasser: Hausbootmuseum

Haben Sie sich immer schon gefragt, wie es ist, auf dem Wasser zu leben? Im Hausbootmuseum an der Prinsengracht 296K können Sie ungeniert einen Blick in den Laderaum werfen. Der ehemalige Frachter Hendrika Maria wurde 20 Jahre lang tatsächlich bewohnt und 1997 als Museum eingerichtet – obwohl es aussieht, als könnten die Bewohner jeden Augenblick nach Hause kommen. Das Wohnzimmer ist wirklich urgemütlich. Kuscheln Sie sich in einen der altmodischen Sessel, schlürfen Sie einen Kaffee und bilden Sie sich ein, Sie wären bei jemandem zu Gast. Das Tolle ist: dazu brauchen Sie gar nicht viel Fantasie!

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Boothuismuseum

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